Praxisklasse – Eine Erfolgsgeschichte

Fördermittel des ESF
Fördermittel des ESF

Bereits seit acht Jahren gibt es das Angebot der Praxisklasse an der Nikolaus-Fey-Mittelschule in Wiesentheid. In dieser besonderen Klasse werden vor allem Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Landkreis in ihrem letzten Schulbesuchsjahr zusammengefasst, die unter den gegebenen Umständen keine Aussicht auf einen Schulabschluss, geschweige denn einen Ausbildungsplatz haben. Die Teilnehmer an diesem durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekt haben aus den unterschiedlichsten Gründen große Defizite in den Kulturtechniken (Lesen, Schreiben und Rechnen) und weisen teilweise auch in ihrem Verhalten erhebliche Mängel auf. Durch die kleine Klassengröße (max. 14 Schüler) und die zusätzliche Betreuung durch eine sozialpädagogische Fachkraft können die Schüler individuell, bis hin zur Einzelbetreuung, gefördert und gefordert werden.

Die Sozialarbeiterin stellt zusätzlich ein wichtiges Bindeglied zwischen Elternhaus (soweit vorhanden), Jugendamt, Arbeitsagentur und sonstigen Einrichtungen dar und ist darüber hinaus für die passgenaue Vermittlung von Praktikums- bzw. Ausbildungsstellen verantwortlich. In dem individuell auf die Bedürfnisse der Schüler ausgerichteten Unterricht geht es neben der Vermittlung der Kulturtechniken, vor allem um den Erwerb von für den künftigen Beruf unerlässlichen Schlüsselqualifikationen wie: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ausdauer, Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft, Sorgfalt, Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, um nur einige zu nennen. Durch die finanzielle Unterstützung des ESF können viele dieser beruflichen Anforderungen auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern und Institutionen in der Regel projektorientiert den Schülern vermittelt werden.

Zugang zur Praxisklasse

Zugang zur Praxisklasse

Der Zugang zur Praxisklasse ist relativ einfach: Nach einem Vorstellungs- und Informationsgespräch zwischen Eltern, Schüler und Lehrer wird ein Vertrag abgeschlossen, in dem die Rechte und Pflichten der Vertragspartner festgeschrieben sind. Der Besuch der Praxisklasse ist freiwillig und kann jederzeit durch den Schüler oder die Schule bei Vertragsbruch auch wieder beendet werden. Die Schüler müssen dann allerdings wieder zurück an ihre Stammschule, was aber die wenigsten wollen, weil sonst die alten Probleme wieder auftauchen würden.

100% Vermittlungsquote

100% Vermittlungsquote

Nicht alle Schüler und Schülerinnen, die das Schuljahr beginnen, halten dem hohen Druck, der auf ihnen lastet stand und sind den großen Anforderungen, die an sie gestellt werden, gewachsen. Durchschnittlich müssen zwischen 20 und 30 Prozent die P-Klasse im laufenden Jahr wieder verlassen, weil sie gegen die vertraglich festgelegten Pflichten mehrfach verstoßen haben. Wer aber bis zum Schuljahresende durchhält, dem winkt ein Ausbildungsvertrag oder zumindest die Übernahme in eine berufsvorbereitende Maßnahme. Somit kann die Praxisklasse eine 100%-ige Vermittlungs- und Erfolgsquote aufweisen.

Finanzierung der Praxisklasse

Finanzierung der Praxisklasse

Die Finanzierung der diesjährigen Praxisklasse ist gesichert. Zur Zeit läuft die Evaluation des Projektes Praxisklasse und es bleibt zu hoffen, dass auch künftig finanzielle Mittel durch den ESF für den Fortbestand bereitgestellt werden, damit schwachen und benachteiligten Schülerinnen und Schülern eine realistische Chance auf eine berufliche Zukunft geboten werden kann.

Wolfgang Lurati, StR (MS) Klassenlehrer

Praxisklasse

Eine starke Truppe
Wichtige Vorbereitung vor den Pflasterarbeiten
Genaues Arbeiten und gutes
Augenmaß ist unerlässlich.
Auch schweres Gerät kam zum Einsatz.
Vielfältige Arbeiten mussten
bewältigt werden.
Kraft, Ausdauer und Sorgfalt
waren gefragt.